Die Eisengießerei MeierGuss Rahden steht weiter in der Kritik: Widerstand gegen den geplanten massiven Produktionsausbau – Anwohner gründen ein Aktionsbündnis

Gegen die Ausweitung der Produktion beim Rahdener Industriebetrieb MeierGuss, am Rande der Innenstadt, formiert sich immer stärkerer Widerstand. Um ihre Position als Anwohner besser vertreten zu können, hat sich nun Mitte September das Aktionsbündnis „Lebenswertes Rahden“  (Kurz AB-LR) gegründet. Gründungsmitglied Marion Spreen wurde als erste Vorsitzende gewählt. Daniela Ortgies komplettiert den Vorstand als ihre Stellvertreterin. Die Belastungen durch die Schwerindustrie mitten in der Stadt Rahden ist für die Anwohner bereits heute an manchen Tagen nicht zu ertragen, begründet das Aktionsbündnis die Initiative. Dazu kommt, die in diesem Sommer vom MeierGuss- Geschäftsführer Marc Mateika bestätigte Überlegung, dass es Planungen zur Ausweitung der Produktion von 68.000 Tonnen auf 100.000 Tonnen pro Jahr sowie die Einführung eines 3-Schicht-Betriebs gebe. Ein entsprechender Genehmigungsantrag  wurde allerdings bislang – nach bisheriger Kenntnis des Aktionsbündnisses – nicht-gestellt.

„Seit Jahren werden wir mit Beschwichtigungen und schönen Reden hingehalten. Echte Unterstützung für unsere Anliegen und Sorgen gab es kaum. Daher müssen wir selber das Heft des Handelns in die Hand nehmen“, kündigte die Vorsitzende des Aktionsbündnisses Marion Spreen an. „Die unsägliche Salamitaktik muss ein Ende haben. Das Debakel um die Werkstrasse hat gezeigt, man kann und darf sich leider nicht auf das Wort des Unternehmens verlassen“, kritisierte Spreen. Während der Debatte um die Vergrößerung des Betriebsgeländes im Jahr 2018 und der mittlerweile vollständig gesperrten Straße „Auf der Welle“, wurde den Anwohnern noch versprochen, dass es zu keiner Ausweitung der Produktion komme werde: „Wir brauchen eine Klärung ob die massive Erweiterung der Produktion mitten in der Stadt überhaupt statthaft ist“, forderte Spreen. Schon im Genehmigungsbescheid von 1987 steht, dass die Firma MeierGuss zwar Bestandschutz genieße, aber nur Anpassungen und Veränderungen erlaubt seien, die nicht zu einer erheblichen Veränderung oder Vergrößerung der baulichen Anlage führen.

„Wir brauchend dringend eine Versachlichung der Debatte“, meint die zweite Vorsitzende Daniela Ortgies: „Die Gesundheit und die Lebensqualität der Rahdener Bürgerinnen und Bürger und ein Recht auf eine gesunde Umwelt ist genauso wichtig, wie die Erhaltung der Arbeitsplätze. Seit Jahren müssen wir immer mehr Einbußen hinnehmen. Damit muss endlich einmal Schluss sein. Wir werden für ein lebenswertes Rahden streiten. Als Bewohner im Stadtteilgebiet Ost sind wir keine Menschen zweiter Klasse“, sagte Ortgies: „Einerseits wird über mehr Klimaschutz, Tourismus und das neue Naherholungsgebiet in Rahden gesprochen und zeitgleich gibt es die Überlegungen die Schwermetallindustrie in der Rahdener Innenstadt zu erweitern. Das passt irgendwie nicht zusammen.“

Das Aktionsbündnis wird zeitnah einen Forderungskatalog erarbeiten. „Wir überlegen auch eigene Infoveranstaltungen zu machen“, kündigte Spreen an. Die ersten Kontakte zu Umweltverbänden wurden geknüpft. „Wenn der Antrag auf eine Erweiterung kommt, werden wir gerüstet sein“, kündigten die Vereinsmitglieder an.

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