Neue Schmelztechnik kann Rahden spürbar entlasten: Aktionsbündnis begrüßt Modernisierung – Auswirkungen müssen sorgfältig geprüft werden

Meier Guss plant, am Standort Rahden den bisherigen Kupolofen durch einen elektrisch betriebenen Induktionsofen zu ersetzen. Das Aktionsbündnis Lebenswertes Rahden e.V., das die geplante Produktionserweiterung des Werks im dicht besiedelten Wohngebiet seit Jahren kritisch begleitet, sieht in der geplanten Modernisierung grundsätzlich Chancen für eine Entlastung der Nachbarschaft.

„Nach dem derzeitigen Kenntnisstand kann die neue Technik Emissionen wie Staub, Gerüche und CO₂ reduzieren. Auch der Verzicht auf Koks sowie die geplante Lagerung in einer geschlossenen Halle können zu einer geringeren Belastung der Anwohnerinnen und Anwohner beitragen. Das begrüßen wir ausdrücklich. Gleichzeitig ist entscheidend, dass die tatsächlichen Auswirkungen auf Lärm, Erschütterungen, Lieferverkehr und künftige Betriebszeiten im Genehmigungsverfahren sorgfältig geprüft und transparent dargestellt werden“, sagt Marion Spreen vom Vorstand des Aktionsbündnisses.

Nach Auffassung des Vereins bestehen insbesondere bei den künftigen Betriebszeiten, den Erschütterungen sowie der Verkehrsbelastung noch offene Fragen.

Auch bei Induktionsöfen können Geräusche und Schwingungen entstehen. Möglich sind ein niederfrequentes Brummen der Anlage sowie Schwingungen durch Transformatoren oder Kühltechnik. Weiter Geräusche können beim Materialumschlag und Einfüllen des Schrotts entstehen. Auch der Lieferverkehr kann die Nachbarschaft zusätzlich belasten.

Insgesamt dürfte der neue Betrieb emissionsärmer sein als der bisherige. Umso wichtiger ist es, diese Auswirkungen im Genehmigungsverfahren sorgfältig zu untersuchen und gegebenenfalls geeignete Schutzmaßnahmen festzulegen. Die Nachbarschaft sollte frühzeitig und umfassend über die Planungen informiert werden.

„Wir erwarten, dass Meier Guss alle technisch möglichen Maßnahmen ergreift, um Lärm und Erschütterungen so weit wie möglich zu minimieren. Dazu gehören geeignete Fundamente, eine wirksame Schwingungsentkopplung sowie eine Bauweise, welche die Nachbarschaft bestmöglich schützt. Die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner müssen bei der Planung angemessen berücksichtigt werden“, erklärt Daniela Ortgies, stellvertretende Vorsitzende des Aktionsbündnisses.

Auch während der Bauphase setzt sich das Aktionsbündnis für einen engen Austausch mit den Anwohnerinnen und Anwohnern ein. Belastungen durch Abriss und Neubau sollten auf das unvermeidbare Maß begrenzt werden.

„Die geplante Modernisierung bietet die Chance, die Belastungen für die Nachbarschaft zu verringern. Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt jedoch von der konkreten Ausgestaltung des Vorhaben und wirksamen Schutzmaßnahmen ab. Wir werden den weiteren Planungs- und Genehmigungsprozess deshalb konstruktiv und kritisch begleiten“, betonen Marion Spreen und Daniela Ortgies.